Die Kanalinseln sind ein Archipel im Ärmelkanal vor der französischen Küste der Normandie. Sie beinhalten zwei Kronbesitzungen der britischen Krone: die Bailiwick von Jersey, das zugleich die größte der Inseln ist, und die Bailiwick von Guernsey, bestehend aus den Inseln Guernsey, Alderney, Sark, Herm und einigen kleineren Inseln. Geschichtlich gesehen kann man die Kanalinseln als Überreste des Herzogtums Normandie (s.u.) betrachten. Obwohl sie nicht zum Vereinigten Königreich
Kanalinseln im Ärmelkanal auf einem Satellitenfoto
Die Kanalinseln im Ärmelkanal
gehören, ist dieses aber für die Verteidigung und die internationalen Beziehungen der Inseln zuständig. Die Kronbesitzungen der britischen Krone sind nicht Mitglieder des Commonwealth of Nations oder der Europäischen Union.

Die Kanalinseln haben eine Gesamtbevölkerung von etwa

165.000 Einwohnern. Dabei konzentrieren sich in den Hauptstädten der beiden Bailiwicks – Saint Helier auf Jersey und Saint Peter Port auf Guernsey – jeweils 33.500 bzw. 16.488 Einwohner. Die Gesamtfläche der Kanalinseln beträgt 198 Quadratkilometer.

„Kanalinseln“ ist ein streng genommen nur ein geografischer Name, aber keine politische Einheit. Die beiden sogenannten Bailiwicks (was man im Deutschen wohl am besten mit „Vogteien“ übersetzen sollte) der Kanalinseln werden seit dem späten 13. Jahrhundert getrennt verwaltet. Und so hat im Lauf dieser langen Geschichte jede ihre eigenen unabhängigen Gesetze, Wahlen und Vertretungen entwickelt, wobei aber in der Neuzeit die Politiker aus den Parlamenten der Kanalinseln regelmäßig miteinander in Kontakt stehen. Gemeinsame Institutionen sind aber dennoch die Ausnahme

Übersichtskarte der britischen Kanalinseln
Karte der Kanalinseln
und nicht die Regel. Die Vogtei von Guernsey ist dabei noch zusätzlich in drei Jurisdiktionen unterteilt – Guernsey, Alderney und Sark -, mit jeweils einer eigenen Legislative.

Obwohl es also einige inselübergreifende Institutionen gibt (wie das Büro der Kanalinseln bei der EU in Brüssel), werden diese strukturell eher als gleichberechtigte Projekte zwischen Guernsey und Jersey etabliert. Andernfalls könnten Einrichtungen, die offiziell sowohl in Guernsey als auch in Jersey angesiedelt sind, tatsächlich ihren Sitz in nur einer der beiden Vogteien haben. Zum Beispiel befindet sich die Channel Islands Securities Exchange in Saint Peter Port und damit auf Guernsey.

Der Begriff „Kanalinseln“ wurde etwa ab 1830 verwendet, möglicherweise zuerst von der Royal Navy als Sammelbezeichnung für die Inseln. Der Begriff bezieht sich dabei ausschließlich auf den Archipel im Westen der französischen Halbinsel Cotentin. Die vor der englischen Südküste gelegene Isle of Wight zum Beispiel ist keine „Kanalinsel“ (obwohl sie im Ärmelkanal liegt und damit im geografischen Sinne auch eine Kanalinsel ist). Auch die etwa 45 km westlich von Cornwall und damit quasi am Eingang zum Ärmelkanal gelegenen Scilly-Inseln werden nicht als Kanalinseln bezeichnet.

Geographie der Kanalinseln

Die beiden größten Kanalinseln sind wie bereits erwähnt Jersey und Guernsey. Auf ihnen leben 99% der Bevölkerung und sie umfassen 92% der Fläche der Kanalinseln.

Die ständig bewohnten Kanalinseln mit ihrer jeweiligen Bevölkerung und Fläche sind:

Jersey (100.080 Einwohner auf 118 Quadratkilometern)
Guernsey (63.026 Einwohner auf 65 Quadratkilometern)
Alderney (2.000 Einwohner auf 8 Quadratkilometern)
Sark (600 Einwohner auf 5 Quadratkilometern)
Herm (60 Einwohner auf 2 Quadratkilometern)
Jethou (3 Einwohner auf 0.2 Quadratkilometern)
Brecqhou (Brechou) (0.3 Quadratkilometer)

Es gibt auch mehrere unbewohnte Inseln bzw. Inselgruppen. Vier sind Teil der Vogtei von Jersey:

The Minquiers
Écréhous
Les Dirouilles
Les Pierres de Lecq

Diese unbewohnten Inseln liegen vor Alderney und damit ganz im Norden des Archipels der Kanalinseln:

Burhou
Casquets
Ortac
Renonquet

Folgende unbewohnte Inseln liegen vor Guernsey:
Caquorobert
Crevichon
Grande Amfroque
Les Houmets
Lihou (zeitweise bewohnt)
(Hier geht es zu einer Liste der Inseln der Bailiwick of Guernsey)

Die Namen der Kanalinseln

Man kann für die meisten der Kanalinseln eine gewisse Regelmäßigkeit bei der Namensbildung feststellen, denn im Allgemeinen enden die größeren Inseln mit dem Suffix -ey und die kleineren mit dem Suffix -hou. Diese Endungen sollen von den altnordischen Wörtern „ey“ und „holmr“ stammen, was „Insel“ und „Inselchen“ bedeutet.

Die Gewässer um die Kanalinseln

Der sehr große Tidenhub von bis zu 14 Metern ist die Grundlage für eine ökologisch reiche Zone um die Kanalinseln herum, und einige der Kanalinseln – wie Burhou, Écréhous und The Minquiers – unterstehen dem Schutz der Ramsar-Konvention.

Zu den Gewässern um die Inseln herum gehören:
• The Swinge (zwischen Alderney und Burhou)
• The Little Swinge (zwischen Burhou und Les Nannels)
• La Déroute (zwischen Jersey und Sark, und Jersey und dem Cotentin)
• Le Raz Blanchard, oder Race of Alderney (zwischen Alderney und dem Cotentin)
• The Great Russel (zwischen Sark, Jéthou und Herm)
• The Little Russel (zwischen Guernsey, Herm und Jéthou)
• Souachehouais (zwischen Le Rigdon und L’Étacq, Jersey)
• Le Gouliot (zwischen Sark und Brecqhou)
• La Percée (zwischen Herm und Jéthou)

Höchster Punkt der Kanalinseln

Der höchste Punkt der Kanalinseln ist der Berg Les Platons auf Jersey mit einer Höhe von 143 Metern über dem Meeresspiegel.

Die Geschichte der Kanalinseln

Vorgeschichte

Statuenmenhir auf dem Friedhof der Kirche St. Marie-du-Castel auf Guernsey
Statuenmenhir auf der Kanalinsel Guernsey
Die ersten Zeugnisse über die menschliche Besiedlung der Kanalinseln stammen aus der Zeit vor rund 250.000 Jahren, als die Inseln noch an die Landmasse Kontinentaleuropas gebunden waren. Die Kanalinseln wurden erst später durch den steigenden Meeresspiegel in der Jungsteinzeit vom Festland abgetrennt. Die zahlreichen bis heute auf den Kanalinseln erhaltenen Dolmen und anderen archäologischen Stätten zeigen die Existenz einer ausreichend großen und gut organisierten Bevölkerung, die es in jener Zeit brauchte, um Bauwerke von so beträchtlicher Größe und
Komplexität zu errichten. Als Beispiele sind hier der Grabhügel von La Hougue Bie auf Jersey oder die Statuenmenhire von Guernsey zu nennen.

Eisenzeit

Es wurden auf den Kanalinseln Horte von Münzen ausgegraben, die aus dem heutigen Nordwest-Frankreich (Armorica) stammen und die den Handel und die weitreichenden Kontakte in der Eisenzeit belegen. Beweise für eine römische Besiedlung der Kanalinseln sind hingegen recht spärlich, obwohl die Inseln offensichtlich von römischen Beamten und Händlern besucht wurden. Der römische Name für die Kanalinseln war „I. Lenuri“ (also „Lenurinseln“) und ist in der sogenannten Peutingerschen Tafel enthalten. Die überlieferten lateinischen Namen für die einzelnen Inseln (Caesarea für Jersey, Sarnia für Guernsey, Riduna für Alderney) stammen aus dem Itinerarium Antonini, sind aber nicht sicher belegt.

Im sechsten Jahrhundert besuchten christliche Missionare die Kanalinseln. Samson von Dol, Helier, Marculf und Magloire gehören zu den Heiligen, die mit den Inseln verbunden werden. Die Kanalinseln wurden dann sehr schnell (also auch schon im sechsten Jahrhundert) in die Diözese Coutances aufgenommen, wo sie bis zur Reformation verblieben.

Es gab wahrscheinlich einige Inselkelten, die sich im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. auf den Kanalinseln niederließen (die ursprünglichen Kelten Großbritanniens und die Vorfahren der modernen Waliser, Cornishmen und Bretonen), die angesichts der Invasion der Angelsachsen von den britischen Inseln abgewandert waren. Aber ihre Zahl war zu gring, um Spuren zu hinterlassen, und so wurden die Inseln weiterhin vom König der Franken regiert, und ihre Kirche blieb Teil des Bistums Coutances.

Seit Beginn des neunten Jahrhunderts tauchten aber wie in vielen anderen Gebieten Europas die kriegerischen Wikinger an den Küsten der Kanalinseln auf. Die durch sie eingeleitete normannische Besiedlung erfolgte nach den ersten Angriffen. Aus dieser Zeit stammen übrigens viele der Ortsnamen mit normannischem Ursprung, zu denen auch die heutigen Namen der Inseln zählen.

Das Herzogtum Normandie

Im Jahr 933 wurden die Kanalinseln von Rudolf von Burgund, dem König des Westfrankenreiches, an Wilhelm I. (genannt Langschwert) vergeben und dem Herzogtum Normandie angegliedert. 1066 eroberte Wilhelm II. von der Normandie England und wurde dadurch zu Wilhelm I. von England, besser bekannt als Wilhelm der Eroberer. In den Jahren 1204-1214 verlor König John das Land der Anjou in Nordfrankreich, einschließlich der Normandie, an König Philipp II. von Frankreich, konnte aber die Kontrolle über die Kanalinseln behalten. 1259 übergab sein Nachfolger, Heinrich III. von England, durch den Vertrag von Paris offiziell seinen Anspruch und sein Eigentum an das Herzogtum Normandie, während der König von Frankreich im Gegenzug den Anspruch auf die Kanalinseln aufgab, der bis dahin auf seiner Position als feudaler Oberherr des Herzogs von Normandie beruhte. Diese Vorgeschichte scheint auf den ersten Blick etwas verworren, mußte hier aber dennoch kurz umrissen werden, um zu verdeutlichen, daß seit dieser Zeit die Kanalinseln als Besitz der Krone regiert werden und so nie in das Königreich England und seine Nachfolgerstaaten Großbritannien und das Vereinigte Königreich aufgenommen wurden.

Im 14. Jahrhundert folgten unruhige Zeiten für die Kanalinseln. Sie wurden vorübergehend 1338 von den Franzosen erobert, die aber nur bis 1345 einen Teil davon besetzt halten konnten. Edward III. von England gewährte während dieser Besetzung Jersey, Guernsey, Sark und Alderney im Juli 1341 eine Charta, die ihre eigenen Bräuche und Gesetze bestätigte, womit ihre Loyalität zur englischen Krone gesichert werden sollte. Owain Lawgoch, ein Söldnerführer einer sogenannten Great Company im Dienste der französischen Krone, attackierte 1372 Jersey und Guernsey, und 1373 belagerte Bertrand du Guesclin die Burg Mont Orgueil. Der junge König Richard II. von England bestätigte 1378 die von seinem Großvater gewährten Charta-Rechte, gefolgt von einer zweiten Charta, die die Kanalinseln wegen der großen Loyalität gegenüber der englischen Krone für immer von englischen Zöllen und Abgaben befreite. Auch in diesen beiden Chartas liegt ein wichtiger Ursprung für die bis heute gewährte Sonderstatus, den die Kanalinseln inne haben.

Die Kanalinseln in der Frühen Neuzeit

Jersey wurde 1461 von den Franzosen besetzt, als Teil eines Austauschs, der den Lancastern im Rosenkrieg im Kampf gegen die Yorker half. Allerdings konnte die Insel bereits 1468 von den Yorkern zurückerobert werden. 1483 verfügte eine päpstliche Bulle, dass die Kanalinseln in Kriegszeiten neutral sein sollten. Dieses Privileg der Neutralität ermöglichte es den Bewohnern der Kanalinseln, sowohl mit Frankreich als auch mit England Handel zu treiben und wurde bis 1689 respektiert, als es nach der sogenannen Glorreichen Revolution durch eine Verordnung abgeschafft wurde.

Verschiedene Versuche während des 15. Jahrhunderts, die Kanalinseln aus der Diözese Coutances herauszulösen, hatten keinen Erfolg, bis eine Verordnung von 1569 die Kanalinseln auch offiziell in die Diözese Winchester eingliederte. Die Kontrolle durch den Bischof von Winchester war allerdings in der Praxis wirkungslos, da sich die Inseln schon überwiegend calvinistisch entwickelt hatten und das Episkopat erst 1620 auf Jersey und 1663 auf Guernsey wiederhergestellt wurde.

Sark war bis zum 16. Jahrhundert unbewohnt, bis es ab den 1560er Jahren besiedelt wurde, allerdings von Jersey und nicht vom näher liegenden Guernsey aus. Die Gewährung der Seigneurship durch Elisabeth I. von England im Jahr 1565 bildet bis heute die Grundlage der innerhalb der Kanalinseln eigenständigen Verfassung von Sark.

Die Zeit seit dem siebzehnten Jahrhundert auf den Kanalinseln

Während der sogenannten Kriege der drei Königreiche diente Jersey der königlichen Seite und bot 1646 sowie 1649-1650 Charles, Prinz von Wales, Zuflucht, während das stärker presbyterianische Guernsey eher die parlamentarische Seite bevorzugte (obwohl Castle Cornet von den Royalisten gehalten wurde und erst im Oktober 1651 aufgab).

Die Kanalinseln waren teilweise wirtschaftlich und politisch auch mit den nordamerikanischen Kolonien verbunden. So beschäftigten sich im siebzehnten Jahrhundert einige der Inselbewohner mit der Fischerei auf Neufundland.

Historische Karte der Kanalinseln (1753)
Historische Karte der Kanalinseln (1753)

Als Anerkennung für all die Hilfe, die ihm während seines Exils auf Jersey in den 1640er Jahren gewährt wurde, übergab Karl II. an George Carteret, Bailiff (also Vogt) und Gouverneur von Jersey, ein großes Gebiet in den amerikanischen Kolonien, das er kurzerhand New Jersey nannte und das heute ein Teil der USA ist. Im späten achtzehnten Jahrhundert wurden die Kanalinseln auch „die französischen Inseln“ genannt: Reiche französische Emigranten, die vor der Revolution aus ihrer Heimat flohen, fanden ihren neuen Wohnsitz auf den Kanalinseln. Viele der heute noch bestehenden Stadthäuser wurden in dieser Zeit gebaut. In Saint Peter Port wurde bis 1865 ein großer Teil des Hafens gebaut.

Die Kanalinseln im Zweiten Weltkrieg

Die Kanalinseln waren das einzige britische Territorium, das während des Zweiten Weltkriegs von der Wehrmacht besetzt werden konnte.

Die britische Regierung entmilitarisierte die Kanalinseln im Juni 1940 und zog auch die Lieutenant Governors zurück, so dass die zivilen Inselverwaltungen die Regierungsgeschäfte, so gut wie es bei diesen Umständen möglich war, unter der bevorstehenden militärischen Besetzung fortsetzen konnten.

Vor der Landung der deutschen Truppen, die zwischen dem 30. Juni und dem 4. Juli 1940 erfolgte, fand eine Evakuierung von Teilen der Bevölkerung der Kanalinseln statt. Viele junge Männer waren bereits zuvor gegangen, um sich der alliierten Armee als Freiwillige anzuschließen. 6.600 der 50.000 Einwohner verließen Jersey, während sogar 17.000 der 42.000 Einwohner Guernsey verließen. Tausende von Kindern wurden zudem mitsamt ihren Schulen nach England und Schottland evakuiert.

Die Bevölkerung von Sark blieb weitgehend dort, wo sie war; aber auf Alderney hingegen ging die gesamte Bevölkerung weg, mit Ausnahme von sechs Personen. Hier bauten die deutschen Besatzer vier Lager mit insgesamt rund 6000 Gefangenen, von denen im Laufe des Zweiten Weltkrieges über 700 starben. Aufgrund der Vernichtung der entsprechenden Dokumente ist es unmöglich, heute genau anzugeben, wieviele Zwangsarbeiter hier und auf den anderen Kanalinseln gestorben sind. Alderney hatte die einzigen Konzentrationslager, die auf britischem Boden errichtet wurden.

Die Royal Navy erhielt zeitweise eine Seeblockade rund um die Kanalinseln aufrecht, insbesondere nach der Invasion der Alliierten in der Normandie im Juni 1944. Während der deutschen Besetzung gab es zeitweise erheblichen Hunger und Entbehrungen, vor allem in den letzten Monaten, in denen die Bevölkerung kurz vor dem Verhungern stand. Intensive Verhandlungen führten dazu, dass humanitäre Hilfe über das Rote Kreuz geleistet werden konnte. Dies führte zur Ankunft von Rotkreuz-Paketen auf den Kanalinseln, die durch das Versorgungsschiff SS Vegain im Dezember 1944 angeliefert wurden.

Die deutsche Besetzung der Kanalinseln von 1940-45 war hart für die Bevölkerung: Über 2.000 Inselbewohner wurden von den Deutschen deportiert, einige Juden wurden in Konzentrationslager geschickt, wo sie zumeist ermordet wurden. Zahlreiche Spanier, zunächst Flüchtlinge aus dem spanischen Bürgerkrieg, wurden auf die Inseln gebracht, um Festungen zu bauen. Später setzten die russischen Zwangsarbeiter die Arbeit fort. Viele Landminen wurden gelegt, 65.000 davon allein auf Jersey.
Von Zwangsarbeitern erbauter Bunker der Wehrwacht auf der Kanalinsel Alderney
Bunker der Wehrwacht auf der Kanalinsel Alderney

Auf den Kanalinseln gab es keine Widerstandsbewegung in ähnlichem Ausmaß wie auf dem französischen Festland. Dies ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen, darunter die geringe Größe mit nur wenig Versteckmöglichkeiten und die Abgeschiedenheit der Inseln, die vergleichsweise große Stärke der deutschen Truppen (mitunter kam auf zwei Inselbewohner ein deutscher Soldat), und eben auch die Abwesenheit der Gestapo bei den Besatzern. Außerdem war ein Großteil der Bevölkerung im militärischen Alter bereits der britischen Armee beigetreten, so daß der verbliebene Rest prozentual mehr Frauen und alte Männer umfaßte, die für Widerstandshandlungen weniger geeignet waren. Nicht zuletzt barg jede Widerstandsaktion die Gefahr, daß die deutschen Besatzer mit Repressionen gegen die Bevölkerung der Kanalinseln antworten würden. Über die Zeit der deutschen Besetzung der Kanalinseln hat übrigens der bekannte Schauspieler und Historiker John Nettles („Bergerac“, „Inspector Barnaby“) ein überaus detailliertes und lesenswertes Buch* geschrieben.

Da die Alliierten entgegen Hitlers Erwartungen während des gesamten Zweiten Weltkrieges keine Anstalten machten, die Kanalinseln zurückzuerobern, endete die deutsche Besetzung auch erst mit der Kapitulation Deutschlands. So wurden Jersey und Guernsey am 9. Mai 1945 befreit. Die deutsche Garnison in Alderney blieb bis zum 16. Mai bestehen und war damit einer der letzten deutschen Überreste der Nazis überhaupt, die sich ergeben haben. Die ersten Evakuierten kehrten am 23. Juni mit der ersten Fahrt aus Großbritannien zurück, aber die Bewohner von Alderney konnten erst im Dezember 1945 mit der Rückkehr beginnen. Viele der nach Hause zurückgekehrten Evakuierten hatten aber nach fünf Jahren der Trennung Schwierigkeiten, sich wieder mit ihren Familien zu verbinden und auf den Kanalinseln einzuleben.

Die Kanalinseln in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert

Nach der Befreiung von 1945 führte der Wiederaufbau zu einer Umstrukturierung der Wirtschaft der Kanalinseln, wodurch die Einwanderung auf die Kanalinseln anstieg und der Tourismus entwickelt wurde. Die Parlamente wurden reformiert und die Regierungen begannen Sozialprogramme, unterstützt durch die Einnahmen aus den Offshore-Finanzgeschäften, die ab den 1960er Jahren rapide wuchsen. Die Kanalinseln beschlossen im Gegensatz zum Vereinigten Königreich gemäß ihrer Eigenständigkeit, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft nicht beizutreten. Seit den 1990er Jahren stellen die sinkenden Rentabilitäten von Landwirtschaft und Tourismus die Regierungen der Inseln vor neue Herausforderungen.

Glaube und Religionsgeschichte

Das Christentum wurde wie erwähnt ab dem sechsten Jahrhundert auf die Kanalinseln gebracht; der Überlieferung nach wurde Jersey von St. Helier und Guernsey von St. Samson of Dol evangelisiert. Die kleineren Inseln wurden zu verschiedenen Zeiten durch Gemeinschaften von Mönchen besetzt, die zu verschiedenen Strömungen des keltischen Christentums gehörten. Während der Reformation wurden die Kanalinseln calvinistisch, nicht zuletzt durch den Einfluss von in Genf gedruckten Flugblättern. Später, im siebzehnten Jahrhundert, wurde dann der Anglikanismus durchgesetzt. Die langjährige Anwesenheit von katholischen Gemeinschaften aus Frankreich, wie bspw. Saisonarbeitern aus der Bretagne und der Normandie, trug zum Mix der Konfessionen bei.

Ende des zwanzigsten Jahrhunderts nahm die römisch-katholische Präsenz deutlich zu. Grund dafür sind viele portugiesische Arbeiter (sowohl vom portugiesischen Festland als auch von der Insel Madeira), die auf die Kanalinseln kamen, und in jüngster Zeit Katholiken aus Polen und andere osteuropäische Gläubige, die nun auf den Inseln leben. Zusätzlich sind mehr evangelische Gemeinden gegründet worden. Auf den Kanalinseln gibt es daher nicht nur englischsprachige Gottesdienste. Heute sind 61% der Bevölkerung religiös.

Das politische System der Kanalinseln

Die Kanalinseln gliedern sich in zwei getrennte, selbstverwaltete Vogteien (Bailiwicks), die Vogtei von Guernsey und die Vogtei von Jersey. Beide sind Kronbesitzungen der britischen Krone, und beide gehören nicht zum Vereinigten Königreich. Historisch betrachtet gehörten sie seit dem zehnten Jahrhundert zum Herzogtum Normandie, und Königin Elisabeth II. wird aus diesem Grund auf den Inseln oft unter ihrem traditionellen und konventionellen Titel Herzog der Normandie erwähnt bzw. angesprochen. Gemäß dem Vertrag von Paris (1259) regiert sie jedoch in ihrem Recht als Königin und nicht als Herzog. Dennoch ist es für Monarchisten auf den Kanalinseln eine Frage des lokalen Stolzes, die Situation anders zu behandeln: Der Loyal Toast bei formellen Abendessen wird ausgebracht auf die „Königin, unseren Herzog“, und nicht auf „Ihre Majestät, die Königin“ wie in Großbritannien.

Ein Bailiwick (Vogtei) ist ein Gebiet, das von einem Bailiff (Vogt) verwaltet wird. Der Bailiff in jedem Amtsbezirk ist der zivile Leiter, der Vorsitzende des Parlamentes und auch der Leiter der Justiz.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde die Existenz von Regierungsinstitutionen auf den Kanalinseln wie den Bailiffs, die mehrere Ämter über die verschiedenen Regierungszweige hinweg übernehmen, verstärkt auf ihre offensichtliche Verletzung der Lehre der Gewaltenteilung hin überprüft. Im Vereinigten Königreich selbst wurden die Institutionen getrennt, einschließlich der Trennung der Rollen des Lordkanzlers, der Abschaffung der gerichtlichen Rolle des Oberhauses und seiner Ersetzung durch den Obersten Gerichtshof des Vereinigten Königreichs. Die Bailiffs der Kanalinseln jedoch behalten ihre historische Rolle.

Die Regierungssysteme auf den Inseln stammen aus normannischer Zeit, was die Namen der Gesetzgeber, der States (Parlamente), erklärt, die sich aus den normannischen „États“ oder „Ständen“ (d.h. der Krone, der Kirche und dem Volk) herleiten. Die States der Kanalinseln konnten sich aber im Laufe der Jahrhunderte zu demokratischen Parlamenten entwickeln.

Das britische Parlament hat die Befugnis, Gesetze für die Kanalinseln zu erlassen, die aber nicht automatisch auch dort gelten. In der Regel wird erst nach entsprechenden Konsultation beschlossen, die Anwendung des Gesetzes auch auf die Kanalinseln auszudehnen. Die Kanalinseln erlassen zum größten Teil selbst Gesetze. Jede Bailiwick hat ihre eigene Legislative, bekannt als die States of Jersey und States of Guernsey, mit Chief Pleas in Sark und den States of Alderney. Die Kanalinseln sind nicht im britischen Parlament vertreten. Die von den States verabschiedeten Gesetze erhalten die königliche Zustimmung von der Queen in Council, gegenüber der die Regierungen der Inseln verantwortlich sind.

Die Kanalinseln sind nicht Teil der Europäischen Union (und waren somit auch nicht Teilnehmer des Referendums über die EU-Mitgliedschaft im Jahr 2016), sondern gehören gemäß dem Dritten Protokoll zum Vertrag über die Europäische Union zum Zollgebiet der Europäischen Gemeinschaft. Im September 2010 wurde gemeinsam von den beiden Vogteien ein Brüsseler Büro für die Kanalinseln eingerichtet, um den Einfluss der Kanalinseln auf die EU zu stärken, die Regierungen der Kanalinseln in europäischen Angelegenheiten zu beraten und die wirtschaftlichen Beziehungen zur EU zu fördern.

Beide Bailiwicks sind Mitglieder des British-Irish Council, und Jèrriais und Guernésiais sind anerkannte Regionalsprachen der Inseln.

Die Gerichte der Kanalinseln sind unabhängig voneinander; seit 1961 gibt es getrennte Berufungsgerichte. Zum rechtlichen Erbe des normannischen Rechts gehört die Clameur de Haro. Grundlage der Rechtsordnungen beider Amtsbezirke ist das normannische Gewohnheitsrecht (Coutume) und nicht das englische Common Law, obwohl sich Elemente davon im Laufe der Zeit etabliert haben.

Die Inselbewohner sind vollwertige britische Bürger und damit europäische Bürger. Jeder britische Staatsbürger, der einen Pass in Jersey oder Guernsey beantragt, erhält einen Pass mit der Aufschrift „British Islands, Bailiwick of Jersey“ beziehungsweise „British Islands, Bailiwick of Guernsey“. Gemäß den Bestimmungen des Dritten Protokolls kommen Bewohner der Kanalinseln, die keine enge Verbindung zum Vereinigten Königreich haben (keine Eltern oder Großeltern aus dem Vereinigten Königreich und seit fünf Jahren nie im Vereinigten Königreich wohnhaft waren), nicht automatisch in den Genuss der EU-Bestimmungen über die Freizügigkeit innerhalb der EU, und ihre Pässe erhalten einen entsprechenden Passus. Dies betrifft aber nur eine Minderheit der Inselbewohner.

Nach dem UK Interpretation Act 1978 gelten die Kanalinseln als Teil der „British Islands“, nicht zu verwechseln mit den Britischen Inseln. Für den Geltungsbereich des British Nationality Act 1981 umfassen die „British Islands“ das Vereinigte Königreich (Großbritannien und Nordirland), die Kanalinseln und die Isle of Man zusammen, sofern der Kontext nichts anderes erfordert.

Die Wirtschaft der Kanalinseln

Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftssektor auf den kleineren Inseln, gemeinsam mit etwas Landwirtschaft. Der Export hat ein hohes Niveau und besteht größtenteils aus Kunsthandwerk und landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Seit den 1960er Jahren sind Jersey und Guernsey jedoch zu einem wichtigen Offshore-Finanzzentrum geworden und stehen hier in ihrer Bedeutung auf einer Stufe mit den Caiman Islands oder Bermudas. Die Gartenbau- und Treibhauslandwirtschaft von Guernsey war bedeutender als die in Jersey, und auf Guernsey hat die Leichtindustrie auch heute immer noch einen höheren Anteil an der Wirtschaft als auf Jersey. Die Wirtschaft Jerseys ist seit den 1980er Jahren wesentlich stärker von der Finanzwirtschaft geprägt. Beide Inseln sind heute stark von der Finanzindustrie abhängig, was zusammen mit den hohen Lebenshaltungskosten zu einer stärkeren Differenzierung zwischen Arm und Reich geführt hat.

Beide Bailiwicks geben ihre eigenen Banknoten und Münzen heraus, die auf allen Inseln neben den britischen Münzen und den Banknoten der Bank of England und den schottischen Banknoten frei zirkulieren.

Verkehr und Nachrichtenübermittlung auf und zwischen den Kanalinseln

Post

Seit 1969 betreiben Jersey und Guernsey unabhängig von der britischen Royal Mail jeweils eigene Postverwaltungen mit eigenen Briefmarken, die nur in ihren jeweiligen Amtsbezirken für die Post verwendet werden dürfen. Britische Briefmarken sind nicht mehr gültig, aber Post auf die Inseln und zur Isle of Man wird zu britischen Inlandspreisen transportiert. Erst Anfang der 1990er Jahre schlossen sich die Inseln dem britischen Postleitzahlensystem an; Jersey hat Postleitzahlen mit den Initialen JE und Guernsey mit GY.

Straßenverkehr

Jede der drei größten Kanalinseln verfügt über ein eigenes Kfz-Zulassungssystem mit eigenen Kfz-Kennzeichen.

Kfz-Kennzeichen Guernsey: GBG gefolgt von bis zu fünf Ziffern;
Kfz-Kennzeichen Jersey: GBJ gefolgt von bis zu sechs Ziffern;
Kfz-Kennzeichen Alderney: GBA bzw. AY gefolgt von bis zu fünf Ziffern.

In Sark, wo Autoverkehr fast vollständig verboten ist, haben die wenigen Fahrzeuge – fast alles Traktoren – keine Schilder. Dafür müssen Fahrräder Steuerplaketten aufweisen.

Verkehr zur See

In den 1960er Jahren wurden die Namen der Kanalfähren, die auf der Postroute zwischen den Inseln und dem südenglischen Weymouth in Dorset eingesetzt wurden, von den überlieferten lateinischen Namen für die Inseln hergeleitet: Caesarea (Jersey), Sarnia (Guernsey) und Riduna (Alderney). Fünfzig Jahre später wird die Fährverbindung zwischen den Kanalinseln und der englischen Küste von Condor Ferries sowohl von St. Helier auf Jersey als auch von St. Peter Port auf Guernsey aus mit einem Hochgeschwindigkeitskatamaran-Schnellboot nach Poole bedient. Ein regelmäßiger Passagier-Fährdienst fährt täglich von beiden Kanalinseln nach Portsmouth und befördert sowohl Passagiere als auch Fracht.

Die Fährverbindungen von den Kanalinseln zur Normandie werden von Manche Îles Express und die Verbindungen zwischen Jersey und Saint-Malo von Compagnie Corsaire und Condor Ferries durchgeführt.

Die Isle of Sark Shipping Company betreibt kleine Fähren nach Sark.

Eine ATR 42-500 der Aurigny Air Services
Eine ATR 42-500 der Aurigny Air Services

Luftverkehr

Auf den Kanalinseln gibt es drei Flughäfen: Alderney Airport, Guernsey Airport und Jersey Airport, die untereinander durch die Linien von Blue Islands und Aurigny direkt verbunden sind.

Eisenbahn

In früherer Zeit gab es Eisenbahnnetze auf Jersey, Guernsey und Alderney, aber alle Linien auf Jersey und Guernsey wurden geschlossen und demontiert. Heute gibt es auf den Kanalinseln nur drei funktionierende Eisenbahnen, von denen die Alderney Railway die einzige ist, die einen regelmäßigen Personenverkehr anbietet. Die anderen beiden sind eine Miniatureisenbahn mit 184 mm Spurweite (ebenfalls auf Alderney), und die historische Dampfbahn, die auf Jersey als Teil des Pallot Heritage Steam Museum betrieben wird.

Medien

Auf den Kanalinseln gibt es regionale Fernseh- und Radioausstrahlungen. Diese Dienste werden von BBC Radio Jersey, BBC Radio Guernsey, BBC Channel Islands, ITV Channel Television, Island FM und Channel 103 angeboten. Zudem gibt es eigene Radiodienste für die Krankenhäuser auf den beiden größten Inseln, und Bailiwick Radio sendet zwei Musikdienste online, über Apple & Android Apps und auf TuneIn.

Die Fernsehprogramme werden von der Sendestation Frémont Point ausgestrahlt. Ein neuer lokaler Fernsehsender namens Channel Islands Live begann Anfang 2016 mit der Übertragung aus den Studios in der Dorset Street in St. Helier auf Jersey.

Es gibt auf den Kanalinseln mehrere lokale Zeitungen sowie Zeitschriften, darunter die Guernsey Press und die Jersey Evening Post.

Telefon und Internet auf den Kanalinseln

Jersey betrieb immer seine eigenen Telefondienste unabhängig vom britischen Staatssystem, und Guernsey gründete 1968 einen eigenen Telefondienst. Beide Inseln sind immer noch Teil des britischen Telefonnummernplans. Auf allen Kanalinseln sind für die Internetnutzung moderne Breitbandgeschwindigkeiten verfügbar, einschließlich VDSL für Privat- und Geschäftskunden. Zu den Anbietern gehören Sure und JT. Die beiden Vogteien haben jeweils eine eigene Internet-Domain, .GG (Guernsey, Alderney, Sark) und .JE (Jersey), die von channelisles.net verwaltet werden.


Die Kultur der Kanalinseln

Die normannische Sprache dominierte auf den Kanalinseln bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein, als dann aber der zunehmende Einfluss der englischsprachigen Siedler und die besseren Verkehrsverbindungen nach England zur Anglisierung führten. Auf den Inseln gab bzw. gibt es vier Hauptdialekte/Sprachen des Normannischen: Auregnais (auf Alderney, allerdings Ende des 20. Jahrhunderts ausgestorben), Dgèrnésiais (auf Guernsey), Jèrriais (auf Jersey) und Sercquiais (auf Sark, ein Ableger von Jèrriais, da Sark von Jersey aus besiedelt wurde).

Victor Hugo verbrachte viele Jahre im Exil auf den Kanalinseln, zuerst auf Jersey und dann auf Guernsey, wo er Les Misérables beendete. Guernsey ist der Schauplatz von Hugos späterem Roman Les Travailleurs de la Mer („Die Arbeiter des Meeres“, auch bekannt unter dem Namen „Das Teufelsschiff“). Ein „Guernsey-Mann“ taucht auch im Kapitel 91 von Herman Melvilles Moby-Dick auf.

Das jährliche „Muratti“, das Fußballspiel zwischen den Inseln, gilt als das Sportereignis des Jahres, obwohl es aufgrund der über die Medien von zu Hause aus zu verfolgenden Berichterstattung nicht mehr die Zuschauermengen anzieht, die zwischen den Inseln reisen, wie im zwanzigsten Jahrhundert.

Cricket ist auf den Kanalinseln ebenfalls sehr beliebt. Das Jersey Cricket Team und das Guernsey Cricket Team sind beide assoziierte Mitglieder des International Cricket Council. Seit 1957 spielen die Mannschaften im interinsularen Spiel gegeneinander. Die traditionelle Farbe von Guernsey für Sport und andere Zwecke ist grün und die von Jersey rot.

Die Bewohner der Kanalinseln gaben sich untereinander traditionell Spitznamen aus dem Tierreich.
Die Bewohner von Guernsey werden les ânes („Esel“ auf Französisch und Normannisch) genannt. Die Steilheit der Straßen von St. Peter Port erforderte früher diese Lasttiere, weshalb auch die Leute von Guernsey gern behaupten, dass dieser Name ein Symbol ihrer Charakterstärke sei, die allerdings von den Bewohnern des benachbarten Jersey stattdessen augenzwinkernd als Starrköpfigkeit gedeutet wird.
Die Einwohner von Jersey werden von den anderen Bewohnern der Kanalinseln oft als les crapauds („Kröten“ auf Französisch und Jèrriais) bezeichnet – auf Jersey leben zahlreiche Kröten und Schlangen, was auf Guernsey nicht der Fall ist.
Die Menschen auf Sark werden gern les corbins („Krähen“ auf Sercquiais, Dgèrnésiais und Jèrriais, les corbeaux auf Französisch) genannt. Auf der kleinen Insel leben viele Krähen, deren Schwärme früher schon vom Meer aus gesehen werden konnten.
Les lapins („Kaninchen“ auf Französisch und Auregnais) schließlich ist der Spitzname der Bewohner von Alderney.

Andere Inseln im Ärmelkanal

Es gibt noch andere Inseln im Ärmelkanal, die nicht zu den Kanalinseln gehören. Dazu gehören die französischen Inseln Bréhat, Île de Batz, Chausey (s.u.), Tatihou und Îles Saint-Marcouf. Die Isle of Wight, die zu England gehört, liegt zwischen dem Kanal und dem Solent.

Die Chausey-Inseln südlich der Kanalinseln

Chausey - auch eine Kanalinsel, wenn auch eine französische
Chausey – auch eine Kanalinsel
Die Chausey-Inseln südlich von Jersey werden im Allgemeinen nicht den Kanalinseln zugerechnet, sondern aufgrund ihrer französischen Rechtsprechung gelegentlich im Englischen als „Französische Kanalinseln“ bezeichnet. Sie waren ebenfalls historisch mit dem Herzogtum Normandie verbunden, aber sie sind neben der kontinentalen Normandie Teil des französischen Territoriums und somit nicht Teil der britischen Inseln oder der Kanalinseln in einem politischen Sinne. Sie gehören zur Gemeinde Granville (Manche).
Während sie bei Besuchern aus Frankreich sehr beliebt sind, kommen die Bewohner der Kanalinseln trotz der Nähe nur selten zu ihnen, da es keine direkte Verkehrsverbindung gibt.